Don Carlos

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Aufführungen

Öffentliche Generalprobe in Nottuln: Samstag, 18. August 2018

Aufführungstermine
Freitag, 31. August 2018, 18 Uhr Premiere Kulturhaus Lüdenscheid
Dienstag, 25. und Mittwoch 26. September 2018, 20.30 Uhr Floralienhalle Gent, Festival Flandern
Sonntag, 7. Oktober 2018, 18 Uhr Stadttheater Düren

Projekt

Künstlerisches Konzept

„corridors of power“ untersucht auf der Basis von Verdis „Don Carlos“ die Relevanz von Wissen, wie dieses Wissen generiert wird und wer dieses Wissen wofür nutzt. Unser zentraler Aspekt, den wir anhand der einzelnen Figuren behandeln wollen, ist dabei die Frage, wie viel Wissen, Daten, Information jeder einzelne in das System einspeist, was er dabei gewinnt und ob es eine Macht im Hintergrund gibt die sammelt und steuert.

„Don Carlos“ wurde von Verdi mehrmals umgearbeitet. Die Produktion „corridors of power“ stellt sich dem Versuch, eine für die heutige Zeit relevante Fassung zu erarbeiten und schreckt dabei auch vor starken aber notwendigen Eingriffen nicht zurück.

Aus dem 90jährigen blinden Großinquisitor bei Schiller und Verdi, dem scheinbar mächtigen Mann im Hintergrund, werden bei uns 12 Gestalten, die als hilfreiche Geister die ganze Handlung tragen. Die Figuren des Spiels bedienen sich dieser Helferlein, die ihnen das Leben angenehmer machen, doch geraten sie dabei mehr und mehr in Abhängigkeit von deren System gemäß Mephistopheles’ Deal: Ich schaffe alles, was du brauchst, aber am Ende gehörst du mir.

So wird die modellhafte Sichtbarmachung von Systemen in das 21. Jahrhundert übertragen und die Frage gestellt: Wie funktioniert ein System und welchen Anteil hat jedes einzelne Individuum daran?
Die Figuren der Handlung werden in ihren Charakteren eindeutig inszeniert und entsprechend bekleidet: König Philippe trägt nur eine Lederhose, schwarze Handschuhe und spielt – männlich aber verletzlich – mit bloßem Oberkörper. Er ist Produkt des Systems. Don Carlos wird als Clown entwickelt: ihm gelingt nichts, aber er hat unsere Sympathie. Marquis von Posa versucht sich in unterschiedlichen Erscheinungen und Tarnungen des Systems zu bedienen, immer um Unabhängigkeit bemüht. Eboli flirtet als "Hure" des Stückes mal mit diesem, mal mit jenen, während die in roten Tüll gepackte Königin Elisabeth, klar in ihrer Rolle als Gattin des Königs, die zwölf Großinquisitoren als Bluthunde füttern wird.

Verdi bat den Librettisten um eine spektakuläre Szene für die Oper und erhielt das Autodafé. Wir wollen uns diesem Spektakel verweigern, sozusagen einen Aufstand gegen das Verbrennen von Abtrünnigen wagen und an dieser Stelle eine alternative Geschichte erzählen. Statt der Deputierten von Flandern kommen bei uns internationale Chormitglieder auf die Bühne und bringen die Vielfalt und den Reichtum ihrer Kulturen mit, vermischen für einen Moment die fiktive Welt der Inszenierung mit der Realität.

Sowohl die Sänger/innen und Darsteller/innen als auch die Aufführungsorte stellen einen internationalen Kontext dar: Die sechs "stummen" Großinquisitoren sind mit Geflüchteten besetzt, die seit mehreren Jahren hier in Deutschland beim Verein Zuflucht Kultur e. V. Bühnenerfahrung gesammelt haben. Vervollständigt wird diese Diversität durch die Beteiligung des Landesjugendorchester NRW als „digital natives“ und gleichzeitige musikalische Leistungsträger.

Die Produktion ist eingeladen vom Gentfestival, das sich in 2018 mit dem Schwerpunkt "power" beschäftigen wird. Gent als Mittelpunkt Flanderns wurde als textimmantenter Aufführungsort ausgewählt. In der Mitte Rumäniens, im Nationaltheater Sibiu, wo verschiedene Völker seit Generationen gemeinsam leben, wird die Aufführung dieses Systeme-Diskurses die geschichtliche Entwicklung in Europa aufgreifen.

In Deutschland wird die Oper in NRW produziert und dort und in Gent aufgeführt, flankiert von einem Begleitprogramm an allen Aufführungsorten.
(Bernd Schmitt)

Einbindung an den Spielorten

Um die Produktion an die Bürger/innen der Stadt anzubinden, Publikum zu gewinnen und auf das Thema aufmerksam zu machen wird in den einzelnen Städten ein Rahmenprogramm zu den Aufführungen von „corridors of power“ geplant.
Kulturinteressierte Bürger/innen der einzelnen Städte werden ab Juli als Kulturpaten für die Produktion fungieren. Diese Kulturpaten können Proben in Nottuln besuchen sowie einzelne Mitwirkende als Gastfamilie im Aufführungszeitraum aufnehmen.
In den Wochen vor der Aufführung wird es in ausgewählten Städten Vorträge des künstlerischen Teams zum Thema geben. Geplant ist beispielsweise ein Vortrag von Regisseur Bernd Schmitt über „Das Politische in der Musik“.

Einen Tag vor der Aufführung wird ein Speedfriending Event stattfinden. Hier sollen Bürger/innen der Stadt einzelne Akteure der Produktion persönlich kennenlernen und ins Gespräch kommen. Gruppierungen könnten sein: Teammitglieder und Bürger/innen, Mitglieder des Landesjugendorchesters und Schüler/innen, geflohene Musiker/innen und Darsteller/innen mit Geflohenen aus einem Flüchtlingsheim oder Begegnungszentrum.
Vor der Aufführung wird es anstatt einer Einführungsveranstaltung eine Podiumsdiskussion mit dem Regisseur, dem Intendanten und kulturpolitischen Akteuren geben. Am Tag der Aufführungen findet das Publikum mehrsprachige Karten mit Gesprächsangeboten zum transkulturellen Miteinander und zu Macht und Wissenssystemen. Im Anschluss an die Aufführung sind Kamingespräche von Teammitgliedern mit dem Publikum geplant. Eingerahmt werden die Aufführungen außerdem durch ein transkulturelles Catering von Projektküchen vor Ort und Beteiligten des Chors Zuflucht.
Dieses Rahmenprogramm wird für jede Stadt in enger Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Stadtmarketing, dem Einzelhandel und der Gastronomie und natürlich dem Spielort eigens erarbeitet und durchgeführt.

 Team

Philipp II: Simon Stricker

Don Carlos: Raymond Sepe

Rodrigue: Vladislav Pavliuk

Le Grand Inquisiteur (singend):

Tibor Brouwer,  Andrejs Krutojs , Benoit Pitre, Patrick RuytersGuilllaume St-Cyr, Pascal Zurek

 

Guillaume  St-Cyr,

 

Guillaume  St-Cyr

Le Grand Inquisiteur (spielend):

Hadi Aliwi,  Asef Nemati Amiri, Abdullah Al Amir, Omar Almasalmah, Wisam Kanaieh, Abdulrahman Kodaimi, Nahida Kodaimi,  Omar Kodaimi,  Duaa Sheikh Qatana

Élisabeth de Valois: Kristin Ebner

Eboli: Cornelia Lanz

Thibaut/ Une voix céleste: Maria Bernius


Landesjugendorchester NRW

Ensemble Zuflucht

Musikalische Leitung: Sebastian Tewinkel

Regie: Bernd Schmitt

Bühnenbild und Kostüm: Birgit Angele

Technische Leitung/Licht/Video: Felix Hecker

Einstudierung/Korrepetition: Stephen Hess

Choreografie Stepptanz: Pia Neises

 

Management Orchester: Rita Menke

Musikalische Assistenz: Emanuel Dantscher

Regieassistenz: Manuela Vieira

Assistenz Produktion und Technik: Simon Riegel

Bühne- und Kostümassistenz: Kathrin Leneke

Requisite: Nadine Bergrath

Inspizienz: Birte Novak

PR/Öffentlichkeitsarbeit: Nicola Steller

Verankerung an Spielorten und Übertitelfahren: Nyamka Bayar-Erdene

Crowdfunding: Annika Weiß

Theaterpädagogik/Warm-Ups: Anna Jürgens

Maske: N.N.
 

Französische Fassung mit deutscher Übertitelung, Dauer: 120 Minuten

 

Projektpartner