Ahmad Shakib Pouya  

Liebe Journalistinnen und Journalisten,
mit großer Freude leiten wir Ihnen eine Einladung des Theaters Schauburg weiter. Um den Probenbeginn zu markieren, organisieren die Kollegen am kommenden Donnerstag ein Pressegespräch zur Neuinszenierung von Rainer Werner Fassbinders Angst essen Seele auf. Mit dabei sind das künstlerische Team der Schauburg, Pouya selbst und einige der Unterstützer, die sich in den vergangenen Wochen für eine Rückkehr Pouyas nach Deutschland eingesetzt haben.
Falls Sie teilnehmen möchten, würden wir uns über ein kurzes Signal freuen, sehr gerne parallel an die Kollegen von der Schauburg und an mich selbst.
Mit herzlichem Dank & Gruß
Nicola Steller
Pressearbeit Zuflucht Kultur e.V.
PS: Presse-Informationen, Bewegtbild, Fotos, O-Töne und die bisherige Berichterstattung zu Pouya bitte Dropbox-Link anfordern.
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Nicola Steller, Freie Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
Stuttgarter Straße 32, 71254 Ditzingen
Tel.: +49 - 71 56 - 35 06 16, Fax : +49 - 71 56 - 35 06 27

steller@freie-pr.de, www.freie-pr.de
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Liebe Journalistinnen und Journalisten, liebe Interessierte,  
dies ist die Pressemeldung, die wir Ihnen schon so lange schicken wollten: Heute hat der Musiker und Zuflucht-Kultur-Künstler Ahmad Shakib Pouya sein Visum in der deutschen Botschaft in Kabul abgeholt und wird morgen abend wieder in Deutschland eintreffen! Die schlimme Zeit der Ungewissheit und des Wartens hat damit vorerst ein Ende. In den mehr als 50 Tagen seit seiner Rückkehr nach Afghanistan am 20. Januar lebte Pouya unter sehr bedrückenden und gefährlichen Umständen: Untergetaucht in Kabul und ständig sein Quartier wechselnd, verließ ihn nie die Furcht, verraten zu werden.

Den Weg zur Rückkehr eröffnet hat ihm ein Projektvertrag der Münchner Schauburg. Das mit den Münchner Kammerspielen und der Otto-Falckenberg-Schule assoziierte Kinder- und Jugendtheater der Stadt München, hatte Pouya die Hauptrolle des Ali in einer Neuproduktion von Rainer Werner Fassbinders Angst essen Seele auf angeboten. Der Probenbeginn, der eigentlich auf morgen angesetzt war, verschiebt sich nun zwar etwas nach hinten. Aber es bleibt beim Premierentermin 22. April. Wir hoffen sehr, dass wir die Zeit nutzen können, damit Pouya auch über die Dauer des Visums hinaus ein Bleiberecht in Deutschland erhält. Eine Chance besteht durchaus. Denn Josef E. Köpplinger, Intendant des Staatstheaters am Gärtnerplatz, hat Pouya ein Engagement in Aussicht gestellt. Zustande kam diese Verbindung über Albert Ginthör, Organisator der Münchner ZAIDE-Aufführungen und Geiger im Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz, der Pouya bei der Rückreise nach Kabul begleitete.

Albert Ginthör ist nur einer der vielen Unterstützer, die sich für Pouya und seine Rückkehr nach Deutschland eingesetzt haben. Das solidiarische Kernteam bestand aus Bianka Huber, der Leiterin der Flüchtlingsberatung der IG Metall in Frankfurt, bei der Pouya seit Januar 2016 ehrenamtlich gearbeitet hatte, und dem Verein Zuflucht Kultur e.V. Großen Einsatz zeigten auch Dana Pflüger und die Studierenden des Departments Kunstwissenschaften der Ludwig-Maximilians-Universität München als Mitorganisatoren der Münchner ZAIDE und die Initiatoren des Blogs AHMAD POUYA - keine Abschiebungen nach Afghanistan!

Heute ist es Pouya und uns Unterstützern aber auch ein Anliegen, den Vertretern der staatlichen Behörden zu danken, die sich in politisch äußerst schwierigen Zeiten für Pouyas Rückkehr eingesetzt haben, allen voran Walter Haßmann, dem deutschen Botschafter in Kabul, Ibrahim Hotak, dem Leiter des Goethe-Instituts Kabul, sowie der zuständigen Ausländerbehörde der Stadt München. Dass sie Pouyas Wiedereinreiseantrag – gemessen am üblichen Procedere – so ungewöhnlich rasch bearbeitet haben, hängt sicherlich auch mit der großen Aufmerksamkeit zusammen, die Pouyas Geschichte in den Medien erregt hat. Ihre Berichterstattung, liebe Journalistinnen und Journalisten, hat dazu in kaum zu überschätzender Weise beigetragen und auch dazu geführt, dass sich Politiker und Politikerinnen für Pouya stark gemacht haben. Zunächst waren dies vor allem der bayerische Staatsminister a.D. Dr. Thomas Goppel und Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth, später auch das deutsche Auswärtige Amt sowie das Bundespräsidialamt.

Noch ein wichtiger organisatorischer Hinweis: Einige von Ihnen haben Pouyas Handynummer. Bitte rufen Sie ihn nicht an! Momentan muss er sich vor allem um die Organisation der Rückreise kümmern.

Herzliche und sehr, sehr glückliche Grüße
Nicola Steller, Pressearbeit Zuflucht Kultur e.V.
Am Flugplatz in Frankfurt vor denr Abreise mit Albert Ginthoer, Foto Bianca Huber, Januar 2017

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Offener Brief vom 02.02.2017: Ahmad Shakib Pouya ist willkommen!

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel,

wie der Presse zu entnehmen ist, halten Sie die Integration derjenigen, die vor Krieg, Bürgerkrieg, Terror und Folter nach Deutschland geflohen sind, für eine große Herausforderung. Wir stimmen Ihnen zu: ein gutes Einleben der Menschen verschiedener Ethnien und Religionen hängt auch von deren Integrationswillen ab.

Wir möchten Sie gerne auf einen Zahnarzt, Künstler und Dolmetscher afghanischer Herkunft aufmerksam machen: Herrn Ahmad Shakib Pouya, der seit sechs Jahren in Deutschland lebte, für die IG Metall ehrenamtlich arbeitete (da die Ausländerbehörden ihm eine Festanstellung verweigerten) und geradezu ein Musterbeispiel an Integration ist.

Aufgrund seiner Arbeit in einem französischen (und damit aus Sicht der Talibanfeindlichen) Krankenhaus in Herat sowie seiner künstlerischen Tätigkeit erhielt er massive Morddrohungen der Taliban und war deshalb vor acht Jahren nach Deutschland geflohen.

Deutschlandweit bekannt wurde Herr Pouya unter anderem durch seinen Auftritt in der Talkshow von Markus Lanz sowie durch seine Hauptrolle in der Mozart-Oper „Zaide“ des Vereins Zuflucht Kultur e.V. Er durfte 2015 mit dem Chor von Zuflucht Kultur e.V. sogar beim Bürgerfest des Bundespräsidenten Joachim Gauck singen, wo er auf der Bühne seinen größten Wunsch aussprach: „Lieber Herr Gauck, ich habe Ihre Sprache gelernt, Ihre Kultur kennengelernt. Bitte nehmen Sie mich auf, ich möchte Steuern zahlen und Teil dieser Gesellschaft sein.“

Trotz seiner geradezu vorbildlichen Integration musste er jedoch am 20. Januar 2017 unter Todesangst nach Afghanistan ausreisen, um seiner unmittelbar bevorstehenden zwangsweisen Abschiebung durch den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann zuvorzukommen. Die Härtefallkommission, bei welcher der Antrag von Ahmad Shakib Pouya zur Bearbeitung lag, ist für ihn damit nicht mehr zuständig, weil er ja „freiwillig“ (obwohl gezwungenermaßen) nach Afghanistan zurückgereist ist. Gerade darin offenbaren sich die Widersprüche der Flüchtlingspolitik: Er musste „freiwillig“ ausreisen, um sich die Möglichkeit einer Wiedereinreise offenzuhalten. Aber gerade durch diese Ausreise ist die Härtefallkommission nicht mehr zuständig, die eventuell ein Bleiberecht für ihn erwirkt hätte.

Die Tatsache, dass die “dringende Reisewarnung” des Auswärtigen Amtes für Afghanistan aufgrund von „Gefährdung durch terroristisch oder kriminell motivierte Gewaltakte” nach wie vor aktuell ist, spricht Bände!

Begleitet wurde er in den ersten Tagen durch seinen couragierten deutschen Musikerkollegen Albert Ginthör vom Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz. Gemeinsam ist es ihnen gelungen, in Kabul Kontakt mit dem Goethe-Institut und durch dessen Vermittlung auch mit der Visa-Abteilung der deutschen Botschaft  aufzunehmen.

Derzeit hält sich Ahmad Shakib Pouya an wechselnden geheimen Orten in Afghanistan versteckt in der Hoffnung, nicht von der Taliban getötet zu werden. Er kann sich vor Ort nicht frei bewegen, was die weitere Bearbeitung seines Visum-Antrages extrem schwierig gestaltet.

Bundesweit setzen sich sehr viele engagierte Menschen für Herrn Pouya ein, u.a. die UnterzeichnerInnen dieses Offenen Briefes: Der Verein Zuflucht Kultur e.V., das Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz sowie die IG Metall, von denen Herrn Pouya bei seiner Rückkehr jeweils ein festes Arbeitsangebot vorliegt, denn er ist für sie ein sehr wertvoller Mensch und unverzichtbarer Mitarbeiter gewesen.

Weiterhin die hier unterzeichnenden Kabarettisten Claus von Wagner, Max Uthoff und Dr. Dietrich Krauss. Die beiden Letztgenannten sind beim Bayerischen Staatsministerium vorstellig geworden, wurden jedoch
bedauerlicherweise nicht von Herrn Innenminister Joachim Herrmann empfangen. Der bayerische Innenminister hat deshalb bereits einen Offenen Brief erhalten, der nichts zu wünschen übrig lässt. Es gab eine Petition, die innerhalb kürzester Zeit rund 24.000 Unterschriften verzeichnete:
https://secure.avaaz.org/de/petition/Minister_Joachim_Hermann_Bleiberecht_fuer_Pouya/

Viele engagierte Menschen aus der Facebook-Fangruppe zur ZDF-Sendung "Die Anstalt", die das Schicksal von Ahmad Shakib Pouya zutiefst bestürzt, haben auf dieser Plattform eine neue Gruppe gegründet mit dem Namen "Ahmad Pouya ist willkommen“. https://www.facebook.com/groups/1189613541086129/?fref=ts
Sie wollen Herrn Pouya bestmöglich unterstützen, um nach Deutschland zurückkehren und für das Wohl unseres Landes wirken zu können.
Alle diese Unterstützer und Unterstützerinnen sind die zivilgesellschaftliche Stimme dieses mustergültig integrierten Künstlers.
Im Namen dieser Stimmen, die mit ihrem Engagement zugleich ein Gegengewicht sind zu Hass und Hetze in unserer Gesellschaft, bitten wir Sie, sehr geehrte Frau Dr. Merkel, von ganzem Herzen: Bitte tun Sie alles, was nur irgend in Ihren Kräften steht, um Ahmad Shakib Pouya ein Leben in Deutschland zu ermöglichen. Bitte sorgen Sie dafür, dass Herr Pouya sein Visum erhält, und damit ein langfristiges Bleiberecht als wertvoller Bürger unseres Landes.

Sie gäben damit der Mitmenschlichkeit und der Humanität eine Stimme, die wir im Internet und in der Gesellschaft würdigen würden. Und Sie könnten damit zeigen, dass Ihnen der Eugen-Bolz-Preis der Stadt Rottenburg für Ihre Flüchtlingspolitik zu Recht verliehen wurde, weil Ihrer Rede zur Integration der Menschen anderer Ethnien, Religionen und Nationalitäten Taten folgen.

Für all Ihre Mühe danken wir Ihnen im Namen aller Unterstützer und Unterstützerinnen sehr herzlich im Voraus und verbleiben mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen.

Verantwortlich im Sinne des Presserechts:
Horst Berndt
Weißenseer Weg 89
10369 Berlin-Lichtenberg
E-Mail: horstberndt55@web.de

ErstunterzeichnerInnen:
Dagmar Berkenberg, Helferkreis Asyl Fürstenfeldbruck
Horst Berndt, stellvertretend für die Unterstützer-Gruppe „Ahmad Pouya ist willkommen“ bei Facebook
Lara Birkenmeier
Deutsche Orchestervereinigung e.V., Berlin
Albert Ginthör, Deutsches Forum für Musik- und Theaterkultur & Mitglied des Orchesters des Staatstheaters am Gärtnerplatz
Lynn-Katrin Haug
Dr. Dietrich Heißenbüttel, Journalist, Esslingen
Rebekka Hofbauer
Bianka Huber, Leiterin der IG Metall-Beratungsstelle für Geflüchtete, Frankfurt a.M.
Annelies Huber, Haus International Landshut e.V.
Anna Jürgens
Johannes und Veronika Jürgens
Lea Jürgens
Luisa Jürgens
Jürgen Kerner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall
Franziska Klein
Dr. Dietrich Krauss, Journalist, Kabarettist
Cornelia Lanz, 2. Vorsitzende sowie künstlerische Leitung Zuflucht Kultur e.V.
Ulrich Otto, Stuttgart
Matthias Siddhartha Otto, Humboldt-Gymnasium Berlin
Sumati Panicker, Universität Stuttgart
Dana Pflüger, Ludwig-Maximilians-Universität München
Anja Schödel-Otto, Berlin
Nicola Steller, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Zuflucht Kultur e.V.
Walter Schirnik, 1. Vorsitzender Zuflucht Kultur e.V. sowie 1. Vorsitzender und
Intendant der Stuttgarter Symphoniker e.V.
Max Uthoff, Kabarettist
Claus von Wagner, Kabarettist
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Nachricht zu Pouya und Albert Ginthör, 26.01.2017
 
Liebe Journalistinnen und Journalisten, liebe Interessierte,                                                      

wir wissen: Genau wie wir warten auch Sie auf Neuigkeiten. Doch es gibt momentan leider nichts Entscheidendes zu berichten.
Gestern nahm Ahmad Shakib Pouya seinen Termin in der deutschen Botschaft wahr, um einen Wiedereinreiseantrag zu stellen. Allerdings sagte man ihm dort, dass er noch weitere Dokumente einreichen müsse, bevor sein Antrag bearbeitet und nach Deutschland weitergeschickt werden kann. Einige dieser Papiere sind problemlos beizubringen, zum Beispiel die komplette Aufstellung seiner Konzerte. Andere dagegen kann Pouya nur bei afghanischen Behörden anfordern. Jeder Kontakt dorthin ist für ihn jedoch außerordentlich gefährlich. Realistischerweise wird es eine Weile dauern, bis er alles organisiert hat und die verlangten Dokumente vorlegen kann – zumal unter den momentanen Bedingungen als Untergetauchter. An seiner nervenaufreibenden und so riskanten Situation wird sich also so schnell nichts ändern.

Etwas uneingeschränkt Positives können wir trotzdem vermelden. Wie in einigen Medien bereits berichtet, ist Albert Ginthör wieder heil zurück in seinem, wie er sagt, „sicheren Herkunftsland“. Dienstagabend landete er in seiner Heimatstadt München. Der Geiger am Staatstheater am Gärtnerplatz und Veranstalter der Münchner ZAIDE hatte Pouya aus Solidarität begleitet und dafür sein Leben riskiert. Sein Ziel, Pouya beim Kontakt mit den deutschen Stellen in Kabul zu unterstützen, hat er erreicht. Sowohl die Botschaft als auch das Goethe-Institut in Kabul rieten ihm eindringlich, das Land danach so schnell wie möglich zu verlassen. Seine Anwesenheit hatte sich in der afghanischen Hauptstadt bereits herumgesprochen – und westliche Ausländer sind dort immer und überall in Gefahr, von Lösegelderpressern entführt zu werden. Zudem kann sich Pouya alleine unauffälliger bewegen als in Begleitung seines europäischen Freundes. Vor allem dieses Argument gab für Ginthör den Ausschlag, die Heimreise anzutreten.

Wir werden Sie auch weiterhin auf dem Laufenden halten. Weil wir Sie in letzter Zeit so strapaziert haben, aber nur mit wichtigen und entscheidenden Entwicklungen.
Mit herzlichem DANK für die wunderbare, anteilnehmende Berichterstattung
Nicola Steller, Pressearbeit Zuflucht Kultur e.V.

PS: Einige von Ihnen haben Pouyas Telefonnummer. Falls Sie ihn kontaktieren möchten, bitte per Mail.
Rufen Sie Pouya nicht an. Es wäre gefährlich für ihn, wenn jemand hört, dass er am Telefon Deutsch spricht.
PPS: Um Pouya in Afghanistan finanziell zu unterstützen, haben wir ein Konto eingerichtet. Für einen Hinweis wären wir dankbar: https://www.leetchi.com/c/pool-von-bianka-huber

Mehr Informationen: www.zufluchtkultur.de
Pressekontakt: Nicola Steller, steller@freie-pr.de,
 
Pouya-Videos auf YouTube:
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