Alkadroush, Wassim | Syrien | "Chor Zuflucht" in Idomeneo

17.06.2016 00:13

Wassim Alkardoush wurde 1991 in Hama, Syrien geboren. Er studierte ein Semester lang Finanzwissenschaften, bevor er wegen des Krieges abbrechen musste. Er floh mit seiner hochschwangeren Frau Buschra Alkardoush über das Mittelmeer und lebt nun mit ihr in Weilimdorf in einer Flüchtlingsunterkunft. Als Jugendlicher spielte er viel Theater. Er liebt es, dass Theater ein Ventil und ein Spiegel der Wirklichkeit ist. Deshalb bringt er sich in Idomeneo ein und erzählt die Geschichte, wie sein Kompass dem ganzen Flüchtlingsboot das Leben rettete.

Interview: Sarah Larsen-Vefring

Monolog: Dieser Kompass hat 1982 einem Mann im Libanonkrieg das Leben gerettet. Dieser Mann hat mir den Kompass letztes Jahr geschenkt. Wir waren 9 Leute, meine Frau war im 9. Monat schwanger und wir hatten uns in den türkischen Wäldern verlaufen. Der Kompass zeigte uns NO, den Weg zum Mittelmeer. Auf dem Mittelmeer, als der Bootsführer die Orientierung verloren hatte, zeigte uns der Kompass Norden, den Weg nach Griechenland. Diesem Kompass verdanken viele Menschen ihr Leben. Auch ich, meine Frau und mein Kind. Der Kompass ist mehr wert als Gold. Danke, mein Kompass.

Text: Bernd Schmitt
Foto: Andreas Knapp